Piercings

 

Ampallang

Text mit freundlicher Genehmigung von Tobias (magicmetal)



Warum?


Fakten:

Wozu überhaupt Intimpiercings/Ampallang?

Wie wird ein Ampallang gestochen?

Wie wird er gepflegt?

Tut es weh?

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

Erfahrungsberichte

 

Hafadas


Erfahrungsbericht und eine Fotostrecke dazu.

 

 

Warum?

Diese Seite soll ein paar Grundinformationen zu dem am meisten gefürchteten männlichen Intimpiercing geben, dem

AMPALLANG

Weil ich keine Lust habe, regelmäßig in Piercingforen die immer gleichen Fragen zu beantworten.

Weil der Ampallang gar nicht so schlimm ist, wie es immer heißt.

Weil ich als Mann den Ampallang besser finde als den PrinzAlbert und dieses Piercing promoten will.

Weil es Zeit wird, dass dieses Piercing seinen schlechten Ruf verliert.

Weil ich es allen Frauen gönne, dass viel mehr Männer mit Ampallang rumlaufen.

Weil er sich oft hervorragend mit einem PrinzAlbert verbinden lässt.

 

 

Fakten

Ein paar Fakten zum Ampallang

Intimpiercings sind Sexspielzeug!

Der Ampallang ist das traditionsreichste männliche Intimpiercing und wird schon im Kamasutra erwähnt.

Er wird quer durch die Eichel gestochen, meist mittig durch die Harnröhre, manchmal auch oberhalb. Der Stich durch die Harnröhre bietet den Vorteil, dass zwei kurze Stichkanäle schneller verheilen als ein langer. Trotzdem muss man mit mindestens 6 Monaten Abheilzeit rechnen.

Ein optimal platzierter Ampallang liegt direkt oberhalb der Schwellkörperspitzen. Diese werden beim Verkehr dann bei jedem "Rein" extra stimuliert, was manche Männer in der Anfangszeit zu Präcoxlern mutieren lässt. Der umgekehrte Zug beim "Raus" wird auch als eher angenehm beschrieben.

Kondome können ganz normal benutzt werden, solange qualitativ guter Schmuck ohne scharfe Kanten verwendet wird. Es ist sinnvoll, vor dem Einsatz ein paar Trockenübungen zu machen, da die Überziehtechnik "mit" etwas anders ist. Am besten verwendet man Kondome ohne Reservoir, da ein Kondom verrutschen und sich eine der Kugeln im Reservoir festsetzen kann. Dann treten Scherkräfte auf, die den Spaß recht schnell beenden. Leider ist die einzige Sorte ohne Reservoir, die es in Deutschland flächendeckend zu kaufen gibt, nämlich "Hot Rubber", recht teuer.

Eine Frau (so sie denn nicht Angst hat, dass "das Riesenteil doch niemals da unten reinpasst") hat meist vom Ampallang ihres Partners mehr als vom PrinzAlbert. Die Kugeln liegen seitlich an der Eichel, und so wird weder der empfindliche Muttermund, noch die Harnröhrenöffnung überreizt.

Oralverkehr mit Ampallang gestaltet sich meist schwierig und erfordert einige Übung. Anstatt frustriert zu sein, dass es nicht mehr so geht wie früher, sollte man sich freuen über den Anlass, einmal völlig neue Methoden auszuprobieren. Leider können durch den Metallschmuck im Mund galvanische Ströme entstehen, und wenn der Ampallang an eine Amalgamfüllung stößt, ist das wie auf Alufolie beißen.

Für den Analverkehr ist der Prinzalbert tatsächlich besser geeignet, beim Ampallang sollte der Partner schon in der Lage sein, sich sehr gut zu entspannen.

 

 

Wozu überhaupt Intimpiercings/Ampallang?

Intimpiercings sind Sexspielzeug.

Sie machen ein unbefriedigendes Sexleben nicht automatisch besser, aber sie können ein nettes Extra sein.

Man kann mit dem Schmuck spielen, daran ziehen, leichte Gewichte dranhängen, oder sich einfach an dem Anblick erfreuen. Manche Piercings können, wenn sie korrekt gesetzt sind, beim Sex zusätzlich stimulieren.

Man kann sich zur Verlobung Ringe schenken, zum Hochzeitstag oder einfach nur so.

Durch die Pflege eines frischen Intimpiercings beschäftigen sich manche Leute zum ersten mal bewusst mit ihren Genitalien. (Es gibt z.B. Frauen, die nicht wissen, ob ihre inneren oder äußeren Labien stärker ausgeprägt sind, und Männer, die nicht wissen, dass ihre Vorhaut viel zu eng ist. Nun gut, hinterher wissen sie es.) Durch diese Beschäftigung kann sich das Verhältnis zum eigenen Körper positiv verändern. Es soll sogar Fälle gegeben haben, wo sich die Körperhygiene spürbar verbessert hat.

Aber hauptsächlich geht es bei Intimpiercings um den Spaß am eigenen und am Körper des Partners.

 

Und warum ein Ampallang?

Der Ampallang ist das männliche Intimpiercing, das am gefährlichsten zu stechen, am schmerzhaftesten danach und am längsten in der Abheilung ist. Warum also sollte mann sich das überhaupt antun?

Der Ampallang ist auch das Piercing, das "am meisten bringt". Die Spitzen der Schwellkörper werden in einer Art stimuliert, die sonst nur mit viel Verrenkung und Konzentration möglich ist. Im Stichkanal entsteht eine sehr sensible Oberfläche, die vorher nicht da war. (Bei nur 1,6mm-Schmuck und einem Stichkanal von 30mm Länge sind das schon 1,5 Quadratzentimeter :-))

Wer einen Ampallang trägt, kann sich in der Gewissheit sonnen, ein Intimpiercing zu haben, das den meisten anderen Männern (und auch vielen Frauen) einen Schauder über den Rücken laufen lässt. Es weiß ja keiner, dass der Stich so harmlos ist ;-)

Viele Frauen haben beim Sex Probleme mit einem PrinzAlbert, oder finden ihn "egal". Das liegt daran, dass ein PA nach vorne über die Eichel hinausragt und primär den Muttermund stimuliert. Für manche Frauen ist das schmerzhaft, bei anderen kommt er gar nicht erst soweit. Beim Ampallang liegen die Kugeln auf der Seite und stimulieren so die gesamte Länge der Vagina. Das wirkt fast garantiert.

Es ist fast unmöglich, einen Ampallang zum Rauswachsen zu bringen.

ER wirkt dadurch dicker...

Man kann noch problemlos im Stehen Pinkeln.

Wie wird er gepflegt?

Und wie pfleg ich jetzt das gute Stück?

Nur keine Panik, die Pflege ist genauso einfach wie bei jedem anderen Piercing auch. Bloß, dass man sich mindestens 6 Monate darum kümmern muss, denn der Stichkanal ist relativ lang, und wird durch die ChroMoPiLa immer wieder gezerrt.

Im Prinzip reicht es, ihn sauberzuhalten und den Körper seinen Job tun zu lassen.

Das heißt aber auch

- sich vor dem Pinkeln die Hände zu waschen

- keine fremden Körperflüssigleiten drankommen zu lassen, auch keinen Speichel oder Schweiß!

- 6 Monate keine öffentlichen Schwimmbäder oder Saunen besuchen

- Unterhosen tragen, auch wenn man das sonst nicht tut. Und zwar aus Baumwolle und jeden Tag eine frische ;-)

 
Wenn's beim Pinkeln brennt: trinken, trinken, trinken! Nicht weniger, aus Angst vor dem nächsten Toilettengang, sondern mindestens 3 Liter Wasser am Tag. Das verdünnt den Urin, und es hört auf zu brennen. Außerdem wird der Ampallang dabei (zumindest von innen) regelmäßig gespült. Und weil die Hände ja vorher gewaschen wurden, kann man auch den Mittelstrahl auffangen und gleich von außen mitspülen. Ganz Geschickte haben sogar für diesen Zweck immer einen kleinen Becher dabei.

Um die Krusten aufzuweichen, und um dem Ampallang etwas Gutes zu gönnen, kann man ihn in warmem Salzwasser (1 TL Meersalz auf 1 Tasse abgekochtes Wasser) baden.

Desinfizieren ist nur nötig, wenn doch mal Dreck drangekommen ist, am besten Octenisept oder ein anderes Wunddesinfektionsmittel, und zwar nach und nicht anstatt dem Saubermachen. Tyrosur und andere antibiotische Sachen hinterlassen zwar einen scheinbar guten ersten Eindruck, sind aber bei einem gesunden Piercing nicht nötig, und man kann sich resistente Keime heranzüchten, mit deren Bekämpfung man lange beschäftigt ist.

Die Vorhaut sollte man bis zum ersten Schmuckwechsel zurückgezogen lassen. Das verhindert, dass in einem feuchten Klima unerwünschte Keime überhand nehmen, und es schont den Stichkanal, da der Schmuck sonst ständig schräg liegen würde.

ACHTUNG: Bei einer zu engen Vorhaut kann es dabei zu Problemen kommen, die nur noch ein Arzt beheben kann. Liegt die Vorhaut nicht wirklich locker um den erigierten Penis, sollte man sich vorher beschneiden lassen oder sich für ein anderes Piercing entscheiden.

 

Mit dem Sex sollte man so lange wie möglich warten.

Vorsichtiger Handbetrieb nach frühestens 2 Wochen, danach sofort gründlich saubermachen und nicht wundern, wenns hinterher weh tut :-) Verkehr nach frühestens 4 Wochen und nur mit Kondom (auch mit festem/r Partner/in)! Das schont den Stichkanal und verhindert, dass fremde Bakterien in die Wunde kommen. Für Oralverkehr gilt das gleiche; in einer Mundhöhle leben wesentlich mehr Keime als in einem gepflegten Intimbereich.

 

Falsche Pflege kann zu Problemen und Infektionen führen. Man mischt nie verschiedene Pflegemittel nach dem Motto "viel hilft viel". Man verwendet keine fetthaltigen Cremes, die schließen das Piercing luftdicht ab. Man verwendet keine ungeeigneten Desinfektionsmittel wie z.B. Kodan, diese töten die frischen Hautzellen sofort wieder ab. Zum Lösen der Krusten ist H2O2 absolut ungeeignet, da es ebenfalls die frischen Zellen zerstört. Man muss den Stab nicht hin- und herbewegen, auch nicht um Pflegemittel in den Stichkanal zu bringen. Damit zerreißt man nur die... richtig, die frischen Zellen. Und bringt Keime tief in den Stichkanal rein. Der Stab kann auch nicht festwachsen. Der weiße Glibber ist auch kein Eiter, sondern normales Wundsekret und sollte nicht mit Gewalt aus dem Stichkanal herausgedrückt werden.

 

Tut es weh?

 Tut es weh? Das muss doch weh tun!

Ja und nein.

Das Stechen ist (bei einem erfahrenen Piercer) nur ein kurzer Pieks, okay, das glaubt mir jetzt eh keiner, ist aber so. Die Oberfläche kann man mit einem Lidocain-Spray sehr gut betäuben. Innen drin spürt man sowieso nichts. Und der Stich dauert höchstens eine halbe Sekunde.

 

Und hinterher... ja, es tut weh. Es ist auszuhalten, es gibt Schlimmeres, Mann weiß ja wofür er es macht, aber - es tut weh.

Bei jeder Erektion (auch denen im Schlaf) wird die Wunde gezerrt und evtl. Kruste in den frischen Stichkanal gezogen. Das ist gerade in den ersten Tagen, in denen die Wunde noch empfindlich ist, deutlich aua.

Durch den (zu) langen Schmuck liegt der Penis nie ganz richtig in der Unterhose, aber trotzdem sind enge Unterhosen angenehmer zu tragen, denn in Boxershorts baumelt ER hin und her, und stößt ständig irgendwo an.

Wenn Mann dann zum ersten mal vorsichtig Hand anlegt und herausfindet, wie gut sich das anfühlt, und wenn Mann das Spiel dann bis zu seinem Ende spielt, dann wird er hinterher herausfinden, dass der Penis nach dem Orgasmus plötzlich viel empfindlicher ist als noch kurz vorher.

Und wenn er IHN dann zum ersten mal irgendwo reingesteckt hat, und nach dem Höhepunkt sich wieder daran erinnert, dass ER ja hinterher ganz schön empfindlich ist, dann ist es zu spät, er muss IHN wieder rauskriegen, auch wenns weh tut :-) Und wehe, wenn Schatzi versucht, hilfreich zu pressen...

Aber tröste Dich, es geht vorbei, und dann weißt Du wieder, warum Du ihn haben wolltest.

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

Die gibt es bei jedem Piercing. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Nachblutungen und Infektionen.

Das Risiko beim Stechen ist bei einem erfahrenen Piercer sehr gering. Bei einem unerfahrenen Piercer oder im Selbstversuch ist es sehr hoch.

Das Piercing kann schief werden und dadurch herauswachsen. Durch unsauberes Arbeiten kann eine Infektion mit Streptokokken, Hepatitis, HIV oder einer anderen Krankheit übertragen werden. Es kann die Harnröhre nur angestochen werden, so dass sich ein langer Stichkanal inklusive Verletzung der Harnröhre ergibt, der keine Chance hat, ohne Vernarbungen abzuheilen, die später den Harnstrahl behindern können..

Und schließlich kann aus Versehen ein oder beide Schwellkörper verletzt werden, was sofort mikrochirurgisch behandelt werden muss und trotzdem den Verlust der Erektionsfähigkeit zur Folge haben kann. Wird eine solche Verletzung nicht sofort behandelt, hat man eine gute Chance, bei der nächsten Erektion einfach zu verbluten.

Die Nachblutungen nach dem Stechen könenn schon recht beängstigend sein. Meist sieht es aber nach mehr aus als es ist. (Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, kann ja mal Ketchup 1 zu 1 mit Wasser verdünnen und dann ein Schnapsglas voll auf einem Handtuch verteilen.) Kühlen hilft, allerdings sollte man auch nicht unterkühlen, das behindert die Heilung. Wenn es länger als eine Woche nachts blutet, oder ständig läuft, dann sollte man den Piercer kontaktieren.

Das Infektionsrisiko ist relativ hoch, da die Abheilzeit recht lange ist. Es ist fast unmöglich, 6 Monate lang die Finger davonzulassen und nie irgendwo hängenzubleiben.

Ein gesunder Körper kann eine gewisse Menge an Streß verarbeiten, nicht jedes Anfassen mit ungewaschenen Fingern oder jeder nicht ganz trockene Kuss führt gleich zu einer abgefaulten Eichel. Aber jedesmal wird das Risiko erhöht. Wenn man sich eine Infektion eingefangen hat, tut man gut daran, sich SOFORT darum zu kümmern und nicht erst noch 4 Wochen mit dem eiternden kleinen Freund rumzulaufen. Und darum kümmern heißt, den Piercer kontaktieren, der weiß nämlich oft am besten was zu tun ist. Natürlich nur, wenn man ehrlich ist und zugibt, welche Dummheit man begangen hat. Nichts ist schlimmer als ein Piercingkunde, der offensichtlich lügt, aber trotzdem wütend darauf besteht, Hilfe zu bekommen. Auf keinen Fall sollte man den Schmuck aus einem entzündeten Piercing entfernen, das kann dazu führen, dass sich die Entzündung einkapselt.

 

Sex ohne Kondom...

Viele Männer lassen sich einen Ampallang stechen, wenn sie gerade solo sind. Das ist eine gute Idee, aber nicht immer praktikabel. Wer in einer festen Beziehung lebt, will so schnell wie möglich den Gummi wieder weglassen. Und beim Oralverkehr ist der ja eh im Weg... Dass man mit einem frischen Ampallang keinen ungeschützten Analverkehr hat, ist ja gerade noch einzusehen, aber auch da gibt es Spezis.

Fakt ist, nicht jeder ungeschützte Verkehr führt automatisch zu einer heftigen Entzündung, aber jeder Kontakt mit fremden Körperflüssigkeiten stört die Heilung. Man sollte sich vorher gut überlegen, ob man das Risiko eingehen will.

Als Schmankerl ein Zitat aus einer Ärztezeitung, den vollständigen Text gibt es hier. Bevor man diesen Arzt aber für bescheuert oder spießig hält, sollte man sich vor Augen halten, dass diese Leute nur die WIRKLICH schiefgegangenen Unfälle vor Augen bekommen. Ja, es gibt Leute, die so unvernünftig mit ihrem eigenen Körper umgehen, und die verderben den anderen 99,9% den Ruf gleich mit.

"Chronische Reizzustände durch mechanische Irritationen und Auswandern der Implantate mit häßlichen Narben können die Folge von Schmuck auch im Bereich des Skrotums sein.
Ein Piercing des Penis ohne Urethra kann narbige Deformierungen mit Erektionsstörungen und die üblichen Infektionskalamitäten verursachen (32).
Sind Penis mit Urethra betroffen, können Harnröhrenstrikturen mit Infektionen der ableitenden Harnwege, Erektionsstörungen, irreparable Abflußstörungen und chronische Infektionen resultieren.
Auch Material im Bereich der großen und kleinen Labien der Frau führt zu chronischen Reizzuständen, durch mechanische Irritation, besonders aber durch nahezu unvermeidliche Infektionen in dieser Körperregion, die sogar auf die ableitenden Harnwege und Nieren übergreifen können. Auch hier kann es zum Auswandern des Implantates und späteren narbigen Behinderungen kommen.
Ein Piercing der Klitoris ohne Urethra bewirkt im Endeffekt immer narbige Deformierungen, auch mit Sensibilitäts- und Funktionsverlust und heftigen chronischen Schmerzen (29).
Im gesamten Genitalbereich sind das Hauptproblem naturgemäß Infektionen mit irreparablen Vernarbungen und eventuellem Funktionsverlust, Einengung oder sogar Verschluß der ableitenden Harnwege verbunden mit Gefühlsstörungen und mechanischer Irritation (27, 29, 32, 37)."